Tierwelt Neuseeland
Übersicht Tierwelt
01. Tuatara        
02. Opossum        
03. Kiwi        
           
           

01. Tuatara
Den Namen Tuatara hat das Tier von den Maori, den polynesischen Ureinwohnern Neuseelands; es heisst "Spitzen auf dem Rücken" und verweist auf den zackigen Kamm, den vor allem die Männchen stolz zur Schau tragen.

Tuatara's sind keine Echsen, sondern gehören zu den Reptilien. Diese Tiere gibt es nur noch auf einigen kleinen Inseln Neuseelands. Sie haben es immerhin eine Ahnenreihe, die bis in die Zeit der Dinosaurier zurückreicht.

Die deutsche Bezeichnung der Tuatara ist Brückenechse, doch diese Bezeichnung ist einwenig verwirrend, da wie gesagt die Tuataras keine Echsen sind. Einer der Unterschiede liegt in der Anordnung der Zähne. Eine Reihe Zähne im Unterkiefer passt beim Biess genau zwischen zwei Reihen im Oberkiefer, und damit lassen sich trefflch harte Insekten kauen oder lässt sich kleinen Vögeln den Kopf abbeissen. Er lebt mit Vorliebe in Erdhöhlen, wo er u.a. auch Seevögel ihren Unterschlupf halten.

Im relativ gemässigten Klima Neuseelands geht das Leben dieser Kaltblüter beschaulich vor sich. Sie werden etwa einen halben Meter lang, rund ein Kilo schwer und bis zu hundert Jahre alt, sind mit zwanzig geschlechtsreif und erst mit über dreissig ausgewachsen. Während sich die Männchen jedes Jahr paaren würden, verspüren die Weibchen nur alle zwei bis fünf Jahre diesen Drang. Ein Männchen wartet dabei geduldig vor dem Bauch eines Weibchen, um herauszufinden, in welcher Stimmung sich die Dame des Hauses befindet.Wenn es klappt, dauert es etwa neuen Monate, bis das Weibchen zehn bis fünfzehn Eier legt. Anschliessend geht es nochmals rund ein Jahr, bis die Jungen endlich schlüpfen.

Auf dem neuseeländischen Festlang gibt es heute keine wild lebenden Tuataras mehr; so wie auch andere Tiere. Als eine der ersten einheimischen Tierarten wurden sie bereits 1895 gesetzlich geschützt, doch an vielen Orten war es bereits zu spät. Die Ankunft der Europäer mit ihren Nutz- und Haustieren veränderte die Tierwelt radikal. Das Opossum, in Australien geschützt, hat sich hier zur Plage entwickelt, und gegen Tiere, die ihre seltenen und spärlich gelegten Eier fressen, hatten die Tuatara keine Chance.


02. Opossum

Opossums wurden aus Australien zur Pelzzucht eingeführt. Einige Tiere konnten fliehen, haben sich in der Freiheit stark vermehrt und sind zu einer wahren Landplage geworden. Opossums tragen auch wesentlich zur drohenden Ausrottung vieler einheimischer Tierarten bei und gehören auch zu den Hauptfeinden des flugunfähigen Kiwis, der nicht nur der neuseeländische Nationalvogel ist, sondern auch zu den außergewöhnlichsten Tieren der Welt gehört.

Ursprünglich gab es in Neuseeland nur zwei an Land lebende Säugetierarten, die kleiner waren als Spatzen und folglich keine Bedrohung für die artenreiche Vogelwelt darstellten. Alle größeren Säugetiere wurden von den weißen Siedlern eingeführt und hatten fast ausnahmslos einen verheerenden Einfluss auf die einheimische Tierwelt.

03. Kiwi

Er ist das National- und Wappentier Neuseelands. Dabei wirkt er bestimmt nicht heroisch, im Gegenteil: friedlich, etwas plump, einfach nett - ein echter Sympathieträger eben. Außerdem stand er Pate für den Spitznamen der Neuseeländer (und solche, die sich wie solche und mit ihnen verbunden fühlen) und für den der Frucht. Kein Wunder - schließlich war er von allen Kiwis der Erste. Übrigens: die Neuseeländer selbst nennen sich gerne "Kiwi", sind also stolz auf diesen Namen!

Gefieder: graubraun und pelzartig
Größe: etwa wie ein Huhn, 30 cm hoch
Besondere Merkmale: flugunfähig (einziger Vogel der Erde, der ohne sichtbare Flügel auskommt) langer, spitzer Schnabel, sind nur nachts aktiv
Lieblingsspeise: Insekten
Beschäftigung: 20 Stunden täglich schlafen, nächtliche Insektensuche

Die Kiwihenne legt nur ein einziges Ei pro Jahr, das es aber in sich hat: es wiegt 500 Gramm und beträgt somit 20 % des Körpergewichts von "Frau Kiwi"! Das ist auch der Grund, warum die Weibchen bei den Kiwis größer als die Männchen sind. Die anschließende Brutzeit dauert elf Wochen - dieser Job gehört Vater Kiwi.Schließlich hat Mama Kiwi mit dem Riesenei schon genug zu tun gehabt!

Im Laufe der Jahrhunderte waren die Kiwibestände arg dezimiert worden. Eine Hauptursache davon war und ist noch heute, daß der Kiwi nicht fliegen kann - mußte er auch nicht, da er keine natürlichen Feinde hat. Als dann mit den Einwanderern auch Katzen, Hunde, Opossums und Wiesel kamen, die den Kiwis arg zusetzten, ging es mit ihrer Bevölkerungszahl bergab. Erst durch ein umfangreiches Schutz- und Wiederansiedlungsprogramm - seit 1953 steht der Kiwi unter Naturschutz - hat er sich wieder in den Wäldern Neuseelands verbreiten können.